Zeckenstich

Entfernen einer Zecke
Je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist die Infektionsgefahr. Zecken bohren sich mit dem Kopf meistens tief und fest in die Haut hinein. Jede unsachgemäße Manipulation veranlasst die Zecke, infektiösen Speichel und Darminhalt abzugeben!
Sie sollten daher Zecken ganz vorsichtig mit einer feinen, möglichst mit gebogener Pinzette, Zeckenkarte oder einer speziellen Zeckenzange entfernen. Die Pinzette/Zange oder die Öffnung der Zeckenkarte sollte dabei möglichst klein gewählt werden. Entsprechend der Größe der Zecke. Eine zu große Zange kann die Zecke nicht ausreichend greifen und zerdrückt diese nur. Setzen Sie dazu eins der benannten Hilfsmittel dicht über der Haut an und ziehen Sie die Zecke langsam und mit gleichmäßigem Zug heraus. Ein Drehen nach links oder rechts ist nutzlos, weil die Zecke zwar viele kleine Widerhaken hat, aber kein „Gewinde“. Wurde die Zecke erfolgreich entfernt, sollte die Stichstelle desinfiziert werden.
Wenn Sie befürchten, die Zecke nicht richtig entfernen zu können, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt für den Fall, dass Teile der Zecke in der Haut stecken bleiben.
So können Sie sich schützen
Zecken halten sich vorwiegend in Sträuchern, Gräsern und im Unterholz bis maximal 1,5 Meter Höhe auf. Sie lassen sich nicht, wie vielfach geglaubt, vom Baum fallen, sondern werden bei Berührung direkt von einer Pflanze auf die Haut abgestreift. Die bevorzugten Hautbereiche für einen Stich sind dünn, warm und feucht, zum Beispiel in den Kniekehlen, am Haaransatz oder zwischen den Beinen und unter den Armen.
Die beste Vorbeugung gegen Infektionen durch Zeckenstiche ist – neben eventuellen Impfungen – immer noch der Schutz vor Kontakten mit Zecken. Da man der Gefahr von Zeckenstichen vor allem bei Aufenthalten im Wald ausgesetzt ist, sollte dabei so viel Haut wie möglich durch Kleidung bedeckt sein. Auf heller Kleidung sieht man die Tierchen schneller. Auch festes Schuhwerk und Kopfbedeckungen schützen. Nach einem Aufenthalt im Wald sollte die Haut sorgfältig auf Zecken hin abgesucht werden. Bei Kindern sitzen die Zecken oft an Kopf und Hals. Untersuchen Sie daher auch Haaransatz und Kopfhaut. Insektenschutzmittel (Repellents), die man auch gegen Mücken benutzt, können einen gewissen Schutz bieten. Sie verändern den Körpergeruch, die Temperatur und Feuchtigkeit der Haut, sodass Mücken und Zecken den Menschen nicht mehr „peilen“ können. Die Mittel wirken allerdings gegen Zecken nur halb so lange wie gegen Mücken – das heißt maximal vier Stunden.
Die Zecke kann Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Zeckenborreliose übertragen
Die Zecke (Holzbock) ist Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und der Zeckenborreliose, auch Wanderröte oder Lyme-Borreliose genannt. Aber nicht jeder Zeckenstich löst eine Infektion aus. Circa 10 bis 35 Prozent der Zecken in Deutschland sind mit Borrelia-Bakterien infiziert, nur 0,1 bis 5 Prozent mit FSME-Erregern, und dies auch nur in den ausgewiesenen Infektionsgebieten. Selbst der Stich einer infizierten Zecke überträgt nicht automatisch eine Krankheit. Etwa 90 Prozent der Stiche infizierter Zecken bleiben ohne Folgen.
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Mit dem Stich werden über den Speichel der Zecke die FSMEViren in den Körper eingeschleust. Eine Übertragungsgefahr besteht aber nur in bestimmten Landstrichen Zentraleuropas (Endemiegebiete). In Deutschland gibt es Risikogebiete vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Die Hauptausbreitungsgebiete liegen in den baltischen Staaten, Russland und Tschechien, aber auch in Österreich, der Slowakei, Polen, Ungarn und anderen osteuropäischen Ländern. Die gefährlichste Zeit liegt in den Monaten zwischen März und Oktober.
Die Krankheitssymptome, die denen einer Grippe ähneln, zeigen sich etwa 7 bis 14 Tage nach dem Stich: Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Appetitlosigkeit. Die Beschwerden klingen nach etwa einer Woche ab, tauchen aber bei 10 bis 20 Prozent der Infizierten nach 1 bis 20 Tagen wieder stärker auf. Hirnhautentzündung mit Bewusstseinsstörungen, Krämpfe und Lähmungen sind gefährliche Begleiterkrankungen, die zu bleibenden Schäden führen oder sogar mit dem Tod enden können. Im Kindesalter heilt die Hirnhautentzündung allerdings in den allermeisten Fällen folgenlos ab. Wirksamen Schutz gegen FSME bietet eine vorbeugende, dreiteilige Impfung. Besonders Menschen, die in bekannten Endemiegebieten wohnen oder dort Urlaub machen wollen, können davon Gebrauch machen. Eine grundsätzliche Impfung aller Kinder ist aber nicht notwendig und wird auch nicht empfohlen. Bei einer Auslandsreise sollte man vorher ggf. eine reisemedizinische Beratung einholen.
Zeckenborreliose
Nicht wesentlich ungefährlicher, vor allem häufiger und im gesamten Bundesgebiet möglich, ist die Übertragung von Borrelia- Bakterien, die zu Zeckenborreliose führen können. Das Bakterium befindet sich im Mitteldarm der Zecke und gelangt mit den Ausscheidungen etwa 24 Stunden nach dem Stich in den Körper des Menschen. Der beste Schutz besteht daher darin, Zecken so schnell wie möglich zu entfernen. Gegen Zeckenborreliose gibt es für Menschen noch keinen Impfstoff, jedoch kann die Erkrankung bei einer rechtzeitigen Behandlung mit Antibiotika ohne Folgen ausheilen.
Der Stich ist an der ringförmigen Entzündung um die Einstichstelle herum erkennbar. Die Krankheitszeichen äußern sich erst vier bis acht Wochen nach dem Stich mit Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Hautausschlägen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Hartnäckige Hauterscheinungen mit Fieber sind mögliche Folgeschäden.
Quelle: Erste Hilfe, 21. überarbeitete Auflage 2020, © Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V., Köln 2020
Alle Angaben erfolgen trotz sorgfältiger Erarbeitung ohne Gewähr.

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